Brombeere

Erst im 19. Jahrhundert wurde der stachelige Brombeerstrauch, der auch heute noch vielfach im lichten Untergehölz unserer Wälder anzutreffen ist, kultiviert. Doch bereits die alten Griechen kannten die Brombeere, und in einer ihrer Sagen heißt es, dass sie einst aus dem Blute der Titanen bei deren Kampf mit den Göttern entstand. Da dies jedoch nur schwerlich nachzuprüfen ist, wollen wir uns lieber an die bekannten Fakten halten. In ihrer Wildform ist die Brombeere von Skandinavien (wo man sie Multbeere nennt) bis in die Alpen hinein bekannt, sie kommt jedoch auch in den südamerikanischen Anden vor.
Insgesamt gibt es allein in Europa über hundert bekannte Arten, und es bedarf schon sehr genauer botanischer Kenntnisse, um sie unterscheiden zu können. Die dornenreichen, kantigen und verholzenden Stengel der Brombeere können bis zu 5 m lang und 2 m hoch werden. Die Blätter bestehen aus 3-5 Fiederblättchen, welche gezähnt, gestielt und auf der Unterseite mitunter weißlich behaart sind. Zwischen Mai und August setzt die Brombeere weiße bis rosa Blüten an, die aus je 5 Kelch- und Blütenblättern bestehen. Ab Ende Juli reifen dann die ersten Beeren zu schwarzen, fleischigen Sammelfrüchten heran. Geerntet sollten die Brombeeren aber erst dann werden, wenn die Beeren sich leicht und ohne Druck vom Stiel lösen lassen. Die in den Alpen wild wachsenden Brombeeren weisen hingegen im vollreifen Zustand eine hellrote Farbe auf und sind im Geschmack der Preiselbeere ähnlich.

In unseren heimischen Gärten hat sich in den letzten Jahren vor allem die dornenlose Brombeere durchgesetzt, da ihre Früchte sich wesentlich leichter ernten lassen. Ihre Beeren werden auch um einiges größer als die  Sorten mit Dornen. Brombeeren enthalten Gerbstoffe sowie organische Säuren und haben eine adstringierende Wirkung. In der Heilkunde verwendet man sie filtriert zur Wundreinigung; sie sind harntreibend und blutzuckersenkend.
Wer Brombeeren nicht als frische Früchte mit Schlagrahm (besonders fein zu Eis) verwendet, kann aus ihnen Marmeladen, Gelees, Säfte, Obstwein, aber auch Likör oder Schnaps herstellen. Brombeeren lassen sich ohne Probleme tiefgefrieren. Als Kroatz- oder Kratzbeere wird die Brombeere im ostdeutschen Sprachgebrauch bezeichnet.
An Vitaminen enthalten Brombeeren A, B, N und C. 100 g haben 48 Kalorien / 200 k-Joule.

Artverwandt mit der Brombeere ist die Loganbeere, eine Kreuzung von Brombeere und Himbeere, die in den letzten Jahren bei uns vor allem in Dosen angeboten wurde. Frisch findet man sie nur selten im Handel. Sie eignet sich gut zum Flambieren.